Was wirklich hinter „Ich bin jetzt vegan“ steckt – Finde es selbst heraus! [Veganview]

Der Name ist Programm: ich bin jetzt vegan! Diesen Leitsatz hat sich Jens durch seinen Blog-Namen auf die Fahne geschrieben.

Jedoch was steckt genau dahinter? Klar, vegan aber wie und welche Folgen hat das? Damit du bei Jens einen Durchblick bekommst, verrät er dir im heutigen VeganviewIch bin jetzt vegan - Logo

  • welche Hürden dich vielleicht vom kochen abhalten
  • warum er dir rät kein „Richter“ zu sein
  • wie kompliziert vegane Ernährung aktuell noch ist
  • welche Veränderungen ein pflanzliches Leben mit sich bringt
  • wie Nike dich vegan starten lässt

Let´s go: Ich bin jetzt vegan und muss jetzt kochen? Ne oder!

1.Nikolai: Du beschreibst auf deinem Blog, dass du kochen und einkaufen neu lernen durftest. Auf deinem Instagram Account sieht man aktuell sehr ansprechende Gerichte.
Wie kam es von „kaum kochen“ zu vegan und lecker kochen?ich bin jetzt vegan - kochen

Jens: Ich muss gestehen, ich stand mit dem Kochen tatsächlich lange Zeit auf dem Kriegsfuß. Vielleicht klingt es komisch, aber für mich hat es viel damit zu tun, dass Kochen bei uns so ein merkwürdiges Image hat.

Entweder wird es auf Hausmannskost und die Hausfrau in der heimischen Küche reduziert oder es wird so eigenartig überhöht und man macht all das merkwürdige Gedöns mit, das einem die ganzen Kochshows und Magazine vormachen. Vielleicht ist das ja auch nur meine ganz subjektive Wahrnehmung, aber in beidem habe ich mich nicht so recht wiedergefunden.

In dem Maße, in dem ich mich dann aber zunehmend für Ernährung zu interessieren begann musste ich mich natürlich auch mit dem Thema Kochen auseinandersetzen. Und um ehrlich zu sein: wenn man sich als Veganer gesund und ausgewogen ernähren möchte, kommt einfach nicht ums Selberkochen rum.

Heute habe ich tatsächlich Spaß dran. Allerdings versuche ich alltags den Aufwand weiterhin so gering wie möglich zu halten. Am Wochenende ist dann eher mal Zeit für Gerichte, die ein wenig mehr Aufwand erfordern.

Lese-Tipp: 5 wichtige Fragen, die du dir stellen solltest, bevor du vegan wirst

Mache dir den Start einfach – aber TU ES!

2.Nikolai: Du beschreibst, dass es für dich ein Prozess von omnivor über vegetarisch hin zu veganen Ernährung war.
Welchen Tipp würdest du Menschen mitgeben, die am Anfang dieses Prozesses stehen?

Jens: Ich gebe meinen Lesern immer wieder den Rat, nicht zu streng mit sich zu sein. Die Regeln und Umstände nach denen jeder und jede Einzelne leben möchte, sind eine sehr persönliche Sache, bei der man die Regeln selbst festlegt. So auch bei der veganen Ernährung.

Du hast niemandem gegenüber Rechenschaft abzulegen, wie du dich ernährst. Insofern ist es auch ganz allein deine Sache, „wie vegan“ du bist. Ob du nun einen Tag in der Woche einlegst, dich komplett vegan ernährst oder auch sonst in deinem Leben komplett auf tierische Produkte verzichtest, ist allein deine Angelegenheit. Wenn man sich das einmal vergegenwärtig hat, fällt schon viel Stress von einem ab, denke ich.

Der einzige Fehler, den man machen kann, besteht in meinen Augen darin, es nicht auszuprobieren – und sei es auch nur für einen Tag. Insofern sag’ ich auch gerne: leg’ einfach los. Der Rest regelt sich dann schon. Den ersten Schritt muss man allerdings machen.

Außerdem würde ich fleischessenden Menschen immer dazu raten, nicht gleich auf einen Schlag vegan zu werden. Ich denke, dass man sich einer veganen Ernährungsweise gut über den Zwischenschritt Veganismus annähern kann.

Lese-Tipp: Wie ich erstaunlicherweise zum Veganer wurde

ich bin jetzt vegan - Just do it

3.Nikolai: Du empfiehlst bei Zweifeln / Unsicherheiten im Internet zu recherchieren.
Welche Seiten sind für dich gute Inspiration- und auch Informationsquellen?

Natürlich kann das Netz nicht einen guten Arzt oder Ernährungsberater ersetzen, das sollte klar sein. Ansonsten hängt es natürlich sehr davon ab, was dich gerade umtreibt.

PETA, VEBU und die Albert-Schweitzer-Stiftung sind für mich seriöse vegane Informationsquellen. Ich finde es aber auch immer wieder spannend, vegankritische Stimmen zu hören und zu lesen. Allerdings ist mir bei meiner Suche danach, bevor ich mich entschlossen habe vegan zu werden, aufgefallen, dass es so gut wie keine vegankritischen Websites gibt, zumindest nicht im deutschsprachigen Raum. Oder ich habe sie einfach nicht gefunden.

Die Seiten der Deutschen Gesellschaft für Ernährung DGE bieten auch gute Informationen, wenn – oder auch weil – sie der veganen Ernährung skeptisch gegenüber stehen.

Nutze dein regionales Angebot

 4.Nikolai: Du wurdest am Anfang von der „komplex erscheinenden Ernährung“ abgeschreckt und hast es dir somit einfach gemacht.
Was ist dein Tipp, um diesen Glaubenssatz abzulegen? Kaufst du mittlerweile auch in Bioläden ein und genießt die Auswahl?ich bin jetzt vegan - regional einkaufen

Wenn man sich umschaut, sieht man, dass mittlerweile deutlich einfacher geworden ist, sich vegan zu ernähren, als das noch vor wenigen Jahren der Fall war. Mittlerweile gibt es mit „Veganz“ eine rein vegane Supermarktkette und nahezu jeder konventionelle Supermarkt führt heute auch eine Auswahl an veganen Produkten. Insofern würde sich mir die Frage heute so nicht mehr stellen.

Grundsätzlich sollte man sich klar machen, dass die meisten Lebensmittel von sich aus schon vegan sind. Geh’ doch einfach mal über einen Markt – da findest du Veganes in Hülle und Fülle! Dort kaufe ich auch regelmäßig für die Woche ein.

Bioläden besuche ich nur selten, da der nächste Laden 10km von mir entfernt ist und ich den Wochenmarkt direkt vor der Haustür habe.

Vegan made easy

Lese-Tipp: 5 extrem gute Gründe, warum auch du auf dem Wochenmarkt einkaufen solltest

Was steckt hinter „sich gesund ernähren“?

5.Nikolai: Oft disuktiert und doch weiß es jeder besser: gesunde Ernährung“. Überall gibt es dazu Tipps, Lösungen und neue Ansätze.
Was bedeutet für dich „gesunde Ernährung“?

 Gesunde Ernährung ist auch immer eine Frage der individuellen Umstände und Bedürfnisse. Ein Leistungssportler hat da sicher anderen Bedarf als ein Büroangestellter.

Grundsätzlich orientiere ich mich aber an der Ernährungspyramide, wie sie zum Beispiel auch der VEBU vertritt: ausreichend Wasser, frisches Obst und Gemüse, Getreide und Kartoffeln, Hülsenfrüchte, Nüsse und gesunde Fette.

Veganer sollten auch daran denken, ihren B12-Bedarf über Nahrungsergänzungsmittel abzudecken.

Lese-Tipp: Vitamin B12: Was du als Veganer über das „kritische“ Vitamin wissen solltest

Die Folgen eines pflanzlichen Lebens

 6.Nikolai: Durch den Umstieg in ein pflanzliches Leben startet oft ein „neuer Lebenabschnitt“, zumindest in einigen Teilbereichen.
Welche Veränderung (pro und contra) durftest du bist jetzt auf deine 5-jährigen veganen Reise an dir selbst erleben?

Da gibt es im Wesentlichen zwei Dinge.

Zum einen ist es spannend zu sehen, wie der Veganismus auch über die reine Ernährung hinaus dafür gesorgt hat, dass ich auch viele andere Dinge in Frage stelle. Insbesondere im Hinblick auf den persönlichen Konsum und unsere Überflussgesellschaft. Oder vielleicht etwas genereller gesagt: wie man ein verantwortungsbewusstes und einigermaßen nachhaltiges Leben führt, in dem Spaß und Freude nicht zu kurz kommen.

Die andere Sache ist etwas profaner: Ich friere deutlich mehr und häufiger als früher. Im norddeutschen Winter – und den haben wir hier ja fast das ganze Jahr 😉 – ist das nicht so richtig witzig. Allerdings bin ich auch deutlich wärmeresistenter geworden. Heiße Sommertage machen mir, im Gegensatz zu früher, nicht mehr viel aus. Brendan Brazier schreibt in seinem Buch „Vegan in Topform“, dass bei Veganern aufgrund des geringeren Energieaufwands für die Verdauung, die Körperkerntemperatur sinkt. Möglichweise hat es was damit zu tun.

ich bin jetzt vegan - vegane Veränderung

7. Nikolai: Für viele ist es trotz eigene Überzeugung schwer wirklich los zu legen. Die Starthürde im Kopft wirkt meistens zu hoch.
Was ist dein Nr.- 1 Tipp für den veganen Einstieg?

Wenn’s nicht so abgegriffen wäre, würde ich mit dem Nike-Slogan antworten: „Just do it!“. Probiere es aus und leg’ los. Und mach es auf die Weise, die du für dich als richtig erachtest.

Hilfreich ist es in meinen Augen auch, wenn man sich vorher gut informiert, damit man weiß worauf man sich einlässt und wofür man diesen Schritt geht. Das gibt einem auf jeden Fall die nötige Motivation.

Lese-Tipp: 11 Fragen, die dir als Veganer garantiert immer wieder gestellt werden …

Die neue Generation wächst 😮

8.Nikolai: Funfrage: Wenn du eine Pflanze wärst: welche Pflanze würdest du sein wollen?ich bin jetzt vegan - Mann 2.0

Seit meiner Kindheit liebe ich Gänseblümchen. Insofern würde ich mich wohl dafür entscheiden, ein Gänseblümchen zu sein. Nicht besonders spektakulär und männlich, oder? 😉

[DOCH, Gänselblümchen zeigen den Mann 2.0: gesundheitsorientiert, vegan, selbst-bewusst und positiv anders. Become a man 2.0!]

9.Nikolai: etwas poetischer: Ein Glas Wasser wir zu 50 % mit Wasser gefüllt. Ist das Glas für dich halb voll oder halb leer?

Definitiv halb voll!

10.Nikolai: Du hast einen Wunsch frei. Was wäre eine Sache, die du in der Welt sofort ändern würdest?

Wow, das ist tatsächlich die schwierigste Frage in diesem Interview … Ich weiß gar nicht, ob ich Interesse an so viel Einfluss hätte …

Vielleicht würde ich dafür sorgen, dass alle Menschen ein paar Tage lang dieselbe Sprache sprechen würden und sich problemlos unterhalten und austauschen könnten. Ich denke, das würde viele Missverständnisse und Vorurteile auf einem Schlag aus dem Weg räumen.

Was du für dich mitnehmen darfst

  • Löse dich von Klischees / Glaubenssätzen und entdecke kochen für dich neu.
  • Statt sich und / oder andere zu verurteilen: lege einfach los und probiere die vegane Ernährung aus. Am besten heute noch!
  • Egal ob pro-vegan oder kritisch: Bilde dir deine eigene Meinung durch verschiedenste Quellen.
  • Nutze das vegane (Supermarkt-)Angebot um dich herum und mach es dir einfach.
  • die vegane Ernährung verändert dich und deinen Körper in (fast) allen Lebensbereichen -> zum Positiven!
  • „Just do it“ als Arschrittt für deinen vegan Start.

Was macht Jens außer hier antworten?

Jens ist nach mehreren Jahren Vegetarier sein, den Weg weiter gegeangen. Auf seinem Blog http://www.ichbinjetztvegan.de/ berichtet er dir von seinem Weg zu einem gesunden, nachhaltigen und glücklichen Leben.ich bin jetzt vegan - Jens + Logo

Warum ich das mache? Ganz einfach: Ich glaube fest daran, dass ein veganes Leben auf Dauer die tier- und umweltfreundlichste Lebensweise ist, die nicht nur deine Gesundheit langfristig fördert, sondern dich darüber hinaus auch zu einem verantwortungsvolleren und bewussteren Leben führt.
ichbinjetztvegan.de/ueber-mich

Wenn er nicht gerade sein Fachwissen teilt, genießt er die Natur, egal ob mit dem Bike oder beim Wandern. Zusätzlich reist er gerne und lässt dich an seinen veganen Erfahrung Teil haben. Und um das ganze zusammen zufassen:

Lass uns gemeinsam die Welt zu einem besseren Ort machen! Liebe Grüße!
– ichbinjetztvegan.de/ueber-mich

Mehr von Jens gibt es hier

Kluge Menschen reden miteinander. Die anderen reden übereinander.
– Andrae, Eduard

Und danke, dass wir heute einen auf klug machen durften. Schau aufjenden Fall bei dem klugen Antwortengeber vorbei. Es lohnt sich!

Hast du noch eine Frage an Jens oder willst du mehr wissen? Dann schreibe einen kurzen Kommentar und lass und das Veganview gemeinsam erweitern. Wir freuen uns auf deine Beitrag.

Make a vegan change!

Nikolai Weidne


Bildquellen:

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